Gefährliche Mängel

An den Schornstein ist ein Gasheizkessel angeschlossen. Der Schornstein wurde in den Vorjahren mit einem flexiblen Edelstahlrohr ausgekleidet. Der Zwischenraum zwischen Edelstahlrohr und Schornstein wurde üblicherweise mit einer losen Wärmedämmung aus Kork-Häcksel verfüllt.


Das Edelstahlrohr wurde schadhaft, so das nach und nach Isolierung aus dem Zwischenraum in den Schornstein lief und diesen mit der Zeit am Ofenrohranschluß völlig verfüllte. Die Abgase der Gasheizung gingen in vollem Umfang in den Kellerraum.


Dies wurde glücklicherweise bei unseren Arbeiten bemerkt, bevor es zu Schlimmerem kam.


Das Foto zeigt den Blick vom Ofenrohranschluß in den Schornstein, nachdem das Ofenrohr herausgezogen wurde

 

Ein besonders tückischer Fall:
An einem wandhängenden Gasgerät im Badezimmer einer Etagenwohnung kam es immer wieder zu sporadischem, nicht reproduzierbarem Abgasaustritt in das Bad.
Dies passierte zumeist beim Duschen (das Gerät arbeitet dann mit höchster Leistung) und in den Sommermonaten (die Leistungsfähigkeit des Schornsteines ist durch die hohen Außentemperaturen am Geringsten).

 

Der Schornstein liess sich noch relativ problemlos durchkehren. Erst die Schornsteinkamera zeigte die Ursache. (Da der Schornstein nicht komplett lotrecht verlief, sondern im Dachbodenbereich schräg geführt war, konnte er nicht einfach mit einer Lampe und Spiegel überprüft werden):

 

Von Reparaturarbeiten am Schornstein über Dach in der Vorzeit war Mörtel in den Schacht getropft und hatte sich seitlich an der Wandung zu einem Wespennest-ähnlichen Gebilde verfestigt. Dieses blockierte den Schornstein gerade soweit, das im grössten Teil des Jahres das Abgas noch abgeführt werden konnte.


Um den Störfall auszulösen waren mehrere Faktoren erforderlich:
Entsprechende Witterungsbedingungen, Vollastbetrieb (Warmwasser) und eventuell zusätzlich noch Betrieb eines weiteren, mit am gleichen Schornstein angeschlossenen Gerätes in der Etage darunter.


Das Beispiel zeigt deutlich das es meistens einer unglücklichen Verkettung mehrerer Umstände bedarf, um eine lebensbedrohliche Betriebslage zu erzeugen. Trotzdem ist es nur ein Frage der Wahrscheinlichkeit, bis diese eintritt, wenn die Grundlage dafür vorhanden ist.


Noch ein Mangel der anderen Art, diesmal extrem gefährlich für den Schornsteinfeger:

 

Nicht fachgerecht montierte Sicherheitsdachtritte für Schornsteinfegerarbeiten sind gefährlicher als gar keine Dachtritte!


Hier ist die Verschraubung des Trittstütze nicht richtig festgezogen worden. Bemerkt hatte ich dies übrigens erst beim Betreten des Trittes als dieser urplötzlich abkippte! Gerettet hat mich der Umstand, das sich unterhalb des Dachtrittes eine flache Dachgaube befand, auf welcher ich auch jetzt zum Zeitpunkt des Fotos stehe.


Wie das aussieht wenn der Schornsteinfeger durch falsch montierte Dachtritte nicht soviel Glück hat wie ich in diesem Fall, können Sie bei mir in der Rubrik "Kunden-Informationen"; "sonstige Flyer und Broschüren" und dort unter "Tragischer Todesfall" lesen.