Mängel an Schornsteinen

Paradebeispiel einer Versottung:


(Oder fachlich richtig, einer Durchfeuchtung. Von Versottung spricht man bei festen und flüssigen Brennstoffen, weil da teer- und aromat-haltiges Kondensat beteiligt ist).
Hier handelt es sich um einen Schornstein, der in der Vorzeit viele Jahre mit Holz und Kohle beheizt wurde, dann ohne eine Grundreinigung auf Gas umgestellt wurde.
Es wurden insgesamt 3 Gasgeräte ange- schlossen. Da der Schornstein für das letzte Gasgerät im Dachgeschoss nicht mehr hoch genug war, wurde er über Dach durch einen nicht wärmeisolierten Schornsteinaufsatz von ca. 1.8m verlängert. Dieser arbeitete nun wie ein "Rauchgaskühler", wodurch praktisch das gesamte im Abgas enthaltene Kondensat im Aufsatz abgeschieden und in den Schornstein zurückgeleitet wurde. Das Ergebniss sieht man auf dem Bild.


Auch schön zu sehen, das bereits die Holzteile des Dachstuhles vom Kondensat beeinträchtigt wurden. Eine solche Versottung führt zur vollständigen Zerstörung des Schornsteines, das die Mörtelbindung sich auflöst!

 

Kleine Ursache mit grosser Wirkung:


Ofenrohranschlüsse die nicht mittig in den Schornstein eingeführt wurden, sondern der Schornstein wurde mehr oder minder "verfehlt".


Das untere Bild zeigt schon einen Extremfall:
Mehr wie die Hälfte der Ofenrohr-Öffnung ist durch Mauerwerk verlegt.


Solche falschen Ofenrohranschlüsse verursachen vor allem bei Gasheizungen immer wieder schwer zu lokalisierende Probleme:


Je nach Witterung und Anzahl der angeschlossenen Geräte funktioniert es tageweise einwandfrei; an anderen Tagen gelangt das Abgas stattdessen ganz oder teilweise in die Wohnräume zurück!

 

Dieselben Probleme entstehen auch, wenn Ofenrohre viel zu weit in den Schornstein eingelegt werden:


Mal entstehen Abzugsprobleme an weiteren, darunter angeschlossenen Feuerstätten. Ein anderes Mal kann daraus eine Schornstein- versottung entstehen, wie hier im Bild zu sehen (der Blick geht vom Keller aus im Schornstein hoch):


Das Ofenrohr einer Öl-Zentralheizung ist so weit in den Schornstein eingelegt, das die Abgase stark abgebremst werden und durch ihre Verlangsamung im Schornstein auskühlen. Ergebniss ist die beginnende Versottung, die man weiter oben im Schacht anhand der dunkleren Schornsteinwandung auf dem Foto gerade noch erkennen kann.


Außerdem kann ein solcher Schornstein nicht mehr gereinigt werden, da das Kehrgerät an der Engstelle hängen bleibt.

 

Engstellen im Schornsteinverlauf, egal an welcher Stelle sind problematisch. Das Foto zeigt das Ende des Schornsteines (den Schornsteinkopf) über Dach:


Hier wurde der Schornstein über Dach mit einer Metallabdeckung versehen. Grundsätzlich muß immer das volle Öffnungsmaß des Schornsteines ("der gesamte Querschnitt") frei bleiben. Hier hat man bei gleichem Schachtmass fortlaufend immer kleinere Öffnungen geschnitten.


Leider war hier an dem Schacht mit der kleinsten Öffnung ein Ölofen angeschlossen, weshalb dieser nach den Arbeiten am Schornstein nicht mehr zuverlässig funktionierte.


Die Ausführung der Blecharbeit ist noch aus anderem Grund falsch:
Es liegt ein Gefälle nach innen zu den Schornsteinöffnungen vor, was dazu führt das dass gesamte auf der Blechplatte auftreffende Regenwasser nach innen in die Schornsteinschächte geleitet wird.